Welchen Beitrag kann eine Landwirtschaft für Naturschutz leisten? Was können Landwirtinnen und Landwirte tatsächlich für Naturschutz tun? Für Österreichs größten Naturschutzpreis „Die Brennnessel“, der von Blühendes Österreich ins Leben gerufen wurde, fahren wir durch das ganze Land. Wir begeben uns auf die Suche nach heimischen Leuchtturmprojekten und fragen bei einem Lehrer, einem Bürgermeister und einer Landwirtin nach: Was bringt Naturschutz wirklich und warum engagiert ihr euch dafür? Hier ein Auszug über unsere Landwirtin Irina Orlicek, die eine Naturwirtschaft betreibt.

Eine Landwirtin schafft Artenvielfalt

„Auf einmal hat es draußen gedonnert! Ich dachte ein Auto wäre in mein Haus gekracht.“ Irina Orlicek, Hausherrin des Mühlbergerhofes im oberösterreichischen Grein, eilt hinaus. Da draußen liegt sie. Ihre rund 950 Jahre alte Eiche, gebrochen im Kreislauf der Natur. Beim Anblick kamen ihr die Tränen, berichtet die sympathische Hofbesitzerin. Ihre besondere Verbindung zur Natur und diesem Ort ist bereits nach wenigen Minuten spürbar. Mit der naturnahen Bewirtschaftung ihrer 20 Hektar Grund will sie in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund der Regionalgruppe Marchland in erster Linie nachhaltig Artenvielfalt sichern und scheut sich nicht, ihr Leben dafür auf den Kopf zu stellen. Der Mühlbergerhof, bei dem Natur und Nachhaltigkeit an erster Stelle stehen, ist für „Die Brennnessel“ ein absolutes Leuchtturmprojekt.

„Hier darf alles leben“

Irina Orlicek hat zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um am Mühlbergerhof paradiesische Verhältnisse zu schaffen. Ihre robusten schottischen Hochlandrinder eignen sich für eine ganzjährige Freilandhaltung und eine extensive Beweidung – ganz so wie es die Bäuerin im Sinn hatte. Auf ihrer Streuobstwiese stehen blühende Zwetschken und Kriecherlbäume –  25 von den rund 50 Arten, die es im oberösterreichischen Genpool gibt. Dank der naturnahen Bewirtschaftung holt sich die Natur ihren Lebensraum zurück und das kann Irina Orlicek hautnah miterleben. Sie fotografiert und katalogisiert ihre Beobachtungen von Insekten und Pflanzen. Über 1.300 Insekten hat sie bereits gesichtet, darunter gelten über 70 Arten als selten oder gefährdet.

„Hier darf alles leben. Ich greife so wenig wie möglich in den Lauf der Natur ein.“ Sogar die einst erhabene Eiche darf auf dem Mühlbergerhof bleiben, um hier ihre letzte Ruhe zu finden. Sie liegt in der Nähe des Hauses geschützt von einem kleinen Zaun. Mittlerweile bietet sie Nistplätze für zahlreiche Käfer und somit Raum für neues Leben. Das ist er also – der sich schließender Kreis der natürlichen Zusammenhänge. – Ganz so wie ihn Lehrer Strobl bereits zu Beginn unserer Reise beschrieben hatte.

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Text: Mury Vo-Papis

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